Wilhelmshaven mausert sich zum Urlaubsort

Nirgendwo sonst an Nord- und Ostsee ist die Bettenauslastung so stark gestiegen. Das ruft Investoren auf den Plan – Grund genug, einmal tiefer in die Daten der Regionalstatistik zu schauen und ein bisschen mit Excel und DataWrapper zu experimentieren …

Der Trend zum Urlaub im eigenen Land hält an und die Ostseedestinationen, sowie Nordfriesland und Ostholstein in Schleswig-Holstein sind dafür bestens gerüstet. Bei der Zahl der angebotenen Gästebetten haben sie gegenüber der niedersächsischen Nordseeküste aktuell die Nase vorn.

Immerhin, der große Ansturm bleibt zumindest im Osten offenbar aus. Die Auslastung liegt in Mecklenburg-Vorpommern nur zwischen 20 und 30 Prozent. Zu den Gewinnern zählen hingegen die kreisfreien Städte, insbesondere Flensburg, Lübeck und Wilhelmshaven.

Während Rostock, Lübeck, Kiel und Flensburg ihre Bettenkapazitäten seit 2013 stetig ausgebaut haben, stagniert das Angebot in Schwerin, Emden und Wilhelmshaven.

Dabei hat die Jadestadt offenbar Potenzial. Denn die Auslastung ist von 39 Prozent im Jahr 2013 auf 48 Prozent im Jahr 2017 im Vergleich der kreisfreien Städte an Nord- und Ostsee hier am stärksten gestiegen.

Für 2018 meldet Wilhelmshaven einmal mehr eine Auslastung von 47,6 Prozent. In den 359.348 Übernachtungen sind allerdings auch 98.000 Übernachtungen durch Rehapatienten und 110.000 Geschäftsreisende enthalten. In seiner Entwicklung zum Urlaubsdomizil steckt Wilhelmshaven noch in den Kinderschuhen.

Neue Hotels sprießen aus dem Boden
Doch Investoren haben die Stadt längst auf dem Schirm. Erst im April hat am Fliegerdeich das gleichnamige Drei-Sterne-Boutique-Hotel eröffnet. Laut Mitinvestor Jussi Wanner liegt das Haus in den ersten sechs Monaten bereits bei einer Auslastung von 86 Prozent. Gleich nebenan befindet sich der Südstrand, Wilhelmshavens quirlige Flaniermeile, wo sich Bars und Restaurants, Museen und Cafés aneinanderreihen. Ein paar Meter weiter planen Wanner und sein Kompagnon, der Hamburger Hotelier und Projektentwickler Jens U. Scroka, bereits das nächste Objekt.
Aus den historischen Minenlagerhäusern wird ein großes Lifestylehotel mit 80 Hotelzimmern und 43 Hotelappartements, Lobby, Gastronomie und Spa-Bereich mit In- & Outdoor-Pool, mehreren Saunen, Ruhe- und Behandlungsräumen. Kostenpunkt: 25 Millionen Euro. Mit ein bisschen Glück rollen im April 2020 die Bagger. Ein bis eineinhalb Jahre später soll der Hotelkomplex fertig sein. „Wir haben in Wilhelmshaven touristisch 30 Jahre gepennt“, sagt Wanner. Das sei jetzt eine Riesenchance. „Wir haben die freien Flächen direkt am Wasser.“

Die ehemalige Zweite Einfahrt in Wilhelmshaven - rechts die Minenlagerhäuser
Die zwei markanten weißen Gebäude rechts im Bild wurden vor dem Ersten Weltkrieg als Minenlagerhäuser auf der Schleuseninsel in Wilhelmshaven errichtet. Einfahrende Schiffe wurden hier be- und entladen, um die Explosionsgefahr im Hafen zu minimieren.
Die Fotoanimation zeigt, wie das Lifestylehotel "Das Friesland" in den ehemaligen Minenlagerhäusern zwischen Nassauhafen und ehemaliger Zweiter Einfahrt einmal aussehen soll.
Eine Investorengemeinschaft um den Wilhelmshavener Juristen Jussi Wanner und den Hamburger Hotelier und Projektentwickler Jens U. Scroka will die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zwischen Nassauhafen und ehemaliger Zweiter Einfahrt zu einem Lifestylehotel umbauen. Der Neubau in ihrer Mitte soll den Spa-Bereich beherbergen. Foto: Architekturbüro Ladehoff

DEHOGA sieht die Stadt in der Pflicht
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) sieht den Bau neuer Hotels durchaus kritisch. „Im Sommer kommen wir an 80 Prozent, im Winter liegt die Auslastung bei 15 bis 19 Prozent. Das ist arbeitspolitisch nicht zu halten“, betont der DEHOGA-Stadtverbandsvorsitzende Olaf Stamsen. Er sieht deshalb die Stadt in der Pflicht: „Wir brauchen unbedingt mehr Winterangebote, mit denen wir die Saison verlängern können.“
Michael Diers, der Chef der städtischen Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH, träumt von einem 3D-Museum in dem unter Denkmalschutz stehenden Städtischen Lagerhaus am ehemaligen Handelshafen am Ems-Jade-Kanal. Wilhelmshaven, einst nach Berliner Vorbild mit Prachtalleen und mondänen Wohn- und Geschäftshäusern im Wilhelminischen Baustil errichtet, könnte mit seinen vielen freien Wandfassaden zur größten Streetart-Galerie neben der Hauptstadt werden, so Diers. Das jährliche Streetart-Festival habe sich in der internationalen Szene längst etabliert.

„Jetzt dreht sich der Wind“
„Wenn die Stadt mitzieht und Angebote schafft, haben wir Potenzial für 700.000 Übernachtungen im Jahr“, gibt sich der Tourismuschef zuversichtlich. Und Jussi Wanner bestätigt: „Olympiapleite, Marineabzug und ein zunächst schleppend anlaufender Jade-Weser-Port – wir hatten genug Grund, uns selbst schlechtzureden. Vor fünf Jahren ist man von Oldenburg aus bis nach Dangast gefahren, nicht weiter. Jetzt dreht sich der Wind. Was investiert wird, ist enorm. Viele junge Leute sind bereit, etwas zu machen.“ Aber: „Wir haben in der Region keine politische Sicherheit. Die öffentliche Hand müsste dreimal so viel investieren, wie die privaten.“
Zusätzlich zu den Hotels am Südstrand errichtet die private Wohnungsbaugesellschaft Spar + Bau in der Südstadt auf der Wiesbadenbrücke 152 neue Wohnungen. Wenn ab 2023 womöglich auch noch die geplante neue Stadthalle am Banter-See-Park hinzukommt, reichen die Kaiser-Wilhelm- und die Deichbrücke als Zufahrten nicht mehr aus. „Wir brauchen ein Verkehrskonzept“, sagt Wanner und spekuliert auf den Bau einer Hafenbrücke. Während Wilhelmshaven noch gähnt und seine Glieder reckt, sind Investoren wie er bereits putzmunter.

Starke Frauen, Musik und jede Menge Theater

Ein Blick in das Programmmagazin von Papanburg Kultur zeigt die Themenschwerpunkte in der Saison 2019/20: Starke Frauen, Woodstock und jede Menge Theater
Anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht, 30 Jahre Musikfest Bremen und 50 Jahre Woodstock werfen wir einen Blick zurück in die Vergangenheit.

Das Programmmagazin für Papenburg Kultur ist jetzt noch umfangreicher. Auf 148 Seiten erzählen wir nach 100 Jahren Frauenwahlrecht die Geschichten starker Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, reisen, emanzipiert bis in die Haarspitzen, mit dem Berliner Wintergarten ins Berlin der 1920er Jahre und sprechen mit Franziska Walser und Edgar Selge über die Zukunft des Theaters.

Wilhelmshaven im Hosentaschenformat

Das nenne ich Willkommenskultur! Im Auftrag der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH haben elf hochmotivierte Studierende der Jade Hochschule in einem Medienprojekt unter meiner Leitung einen Reiseführer gestaltet, der Appetit auf die Jadestadt machen soll. Anlass ist der 36. Tag der Niedersachsen vom 14. bis 16. Juni in Wilhelmshaven. Die Veranstalter erwarten rund 6000 Ehrenamtliche aus dem ganzen Land. Als Begrüßungsgeschenk bekommen diese die „Havenliebe“ auf 36 Seiten  im Hosentaschenformat präsentiert.

Mit FRI News per GPS durch Jever

Unsere erste FRI News-GPS-Tour durch Jever ist online. An drei Workshoptagen haben Schüler*innen des Mariengymnasiums die Stadt erkundet und sich Quizfragen für den etwa 1,5 Kilometer langen Rundgang durch Geschichte und Kultur überlegt.

Stadtführerin Renate Kunst lüftet vor der Kamera allerlei Geheimnisse um Maria, Edo Wiemken, Jever Pils und mehr. Reinschauen und mitspielen lohnt sich!

Wir tüfteln derweil schon an der nächsten Tour. Und so viel sei verraten: Dieses mal wird es eine Umweltroute durch Heidmühle und Schoost. Udo Borkenstein wird uns als Experte begleiten und Thorsten Schütt zeigt uns in seinem Atelier in Horsten, wie die Skulpturen am Ginsterweg und an der Schoosterstraße entstanden sind. Es bleibt spannend in Friesland!

Mein Tipp für Ostfrieslandfans zu Weihnachten

Der Ostfreeslandkalender 2019 ist jetzt im Handel erhältlich. In dieser Ausgabe schaue ich auf 150 Jahre Stadtgeschichte Wilhelmshavens zurück. Cover Ostfreeslandkalender 2019Außerdem bin ich zu Gast beim Museumseisenbahnverein Ammerland-Barßel-Saterland in Ocholt. Denn das kleine Örtchen wurde mit der Eröffnung der Eisenbahnverbindung Oldenburg-Leer zum Drehkreuz des Oldenburger Schienenverkehrs …

FRI News on Air

Die FRI News Podcastredaktion aus Varel war wieder fleißig. Nach einem gemeinsamen Seminar mit dem Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen/Bremen (EKN) gehen wir am 23. August zum zweiten Mal ins Studio. Bei Radio Jade zeichnen wir unsere Sommersendung auf. Die Beiträge über kirchliche Jugendfreizeiten sind jetzt schon als Podcasts bei  FRI News zu hören.

100 Seiten Kultur satt

Papenburg Kultur hält bei seinem Programmheft auch in diesem Jahr wieder

Titelbild Papenburg Kultur zeigt Klaus Doldinger und Szenen aus "Das Boot".
Cover Programmheft

an dem Konzept aus Service und Lesegeschichten fest. Für die Spielzeit 2018/19 haben wir den Umfang auf 100 Seiten erweitert. Für die Recherchen bin ich zurückgereist in die Geschichte Gut Altenkamps. In Ramsloh habe ich mit Uwe Müller, der seit 40 Jahren als DJ arbeitet, über progressive Musik gesprochen, in Seefeld Gloysteiner Moorplatt kennengelernt und im Kinderwunschzentrum in Leer erfahren, wie wichtig es ist, dass ungewollte Kinderlosigkeit kein Tabuthema bleibt.

 

Die neue Flaschenpost ist da

Alles, was Urlauber im Wangerland wissen müssen, gibt es jetzt wieder aktuell in der Wangerländer Flaschenpost. Die Gratiszeitung der T4-Consulting,

produziert durch die Nordsee-Redaktion, erscheint zweimal jährlich. 

Zu lesen gibt es neben aktuellen Nachrichten auch jede Menge Portraits und Reportagen über Land und Leute.

DJ Uwe Müller über progressive Musik in Papenburg

In dem neuen Programmheft von Papenburg Kultur wird es wieder jede Menge spannende Lesegeschichten geben. Letzte Woche habe ich mich mit DJ Uwe Müller über die progressive Musikszene von Papenburg bis nach Aurich, Oldenburg und Bielefeld unterhalten. Sein Portrait lest Ihr ab Ende Juli im Magazinteil des Programmhefts.

DJ Uwe Müller ist seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Allein seine Langspielplattensammlung umfasst rund 6000 Alben.
DJ Uwe Müller ist seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Allein seine Langspielplattensammlung umfasst rund 6000 Alben.

Social-Media-Ausbildung abgeschlossen

Es ist vollbracht! Am 13. April 2018 haben wir in der Akademie für Publizistik die sechsmonatige, berufsbegleitende Ausbildung zur Social-Media-Managerin abgeschlossen. Es war eine sehr lehrreiche Zeit. Ein dickes Dankeschön auch an die Kolleginnen für die vielen spannenden Diskussionen!

Abschlussfeier in der Akademie für Publizistik in Hamburg. Ab heute darf ich mich offiziell Social-Media-Managerin nennen.
Abschlussfeier in der Akademie für Publizistik in Hamburg. Ab heute darf ich mich offiziell Social-Media-Managerin nennen.